LANDESVERBAND SCHWEIZ
 

 

 

„Grosser Ring“ aus der Ausstellung von 
P. Rauscher zum BVMW Kongress 2011

 

Schweiz hat Interesse an „e-customs“

10. Dez. 2010 - Bern/Zug - Der Bundesrat hat heu­te beschlos­sen, der EU Ge­spräc­he über ei­ne Teilnah­me der Schweiz am Pro­jekt „e-cust­oms“ vorzuschla­gen. Für die stark in­ternatio­nal aus­gerich­te­te Schwei­zer Wirt­schaft ist ein möglichst un­gehinder­ter grenzüberschreiten­der Wa­renverkehr von gröss­ter Bedeu­tung. Die Effizienz­stei­gerung der Zollabwicklung durch elek­troni­sche Verfah­ren spielt dabei ei­ne ent­schei­den­de Rolle. Für die Schweiz gilt es, ein elek­troni­sche Frachtpor­tal zu vervollständigen und Ver­einfa­chun­gen auf in­ternatio­naler Ebe­ne aus­zulo­ten.

In den ers­ten zehn Mo­na­ten dieses Jah­res ha­ben Schwei­zer Un­ternehmen Wa­ren im Wert von rund 160 Mil­liar­den Franken aus­geführt und von gut 140 Mil­liar­den Franken importiert. Für jede Sendung ist ei­ne Zollan­meldung notwendig. Ei­ne vom SECO in Auf­trag gegebe­ne Studie zeigt, dass im Durch­schnitt pro Un­ternehmen, welches Einfuhren hat, bis zu meh­re­ren tausend Zolldeklarationen pro Jahr anfal­len. Jede Zolldeklarati­on verursacht Kos­ten. Auf natio­naler und in­ternatio­naler Ebe­ne lau­fen Pro­jekte, die In­terakti­on zwi­schen Firma und Zoll sowie zwi­schen den natio­na­len Zollbehör­den mit­tels In­formatiklösun­gen zu ver­einfa­chen. economie­suisse begrüsst die­se Be­strebun­gen, die ei­ne enge Koordi­nati­on zwi­schen Zoll und Wirt­schaft bedin­gen. Pro­jekte müs­sen planbar sein, zu ei­ner admi­nis­trativen Ent­las­tung füh­ren, in­ternatio­nal kompa­tibel und kompetitiv sein sowie die Bedürfnis­se auch des Mittelstandes zu berücksichtigen. Es gilt zu beach­ten, dass die In­formatisierung der Zollabwicklung kurz­fristig zusätzli­che Ressourcen erfordert.

Folgen­de Pro­jekte sollen prioritär behandelt werden:

  • Abkommen über Zollsi­cherheit und Zol­ler­leich­terun­gen mit der EU: Die Schweiz hat sich ver­pf­lich­tet, im Wa­renverkehr mit Dritt­staa­ten die Si­cherheits­kontrol­len zu in­ten­sivie­ren. Für die Un­ternehmen ist ei­ne reibungs­lose Übermittlung der Si­cherheits­da­ten durch die Eidg. Zollverwal­tung von gros­ser Bedeu­tung.
  • AEO-Status: Un­ternehmen, die Anforde­run­gen be­tref­fend Einhal­tung der Zollvorschrif­ten, Buchführungs- und Logistiksysteme oder Si­cherheit der Gebäude erfül­len, können ab nächs­tem Jahr den AEO-Status be­an­tra­gen. Der Nut­zen ist umstrit­ten. Letzt­endlich ist der Status freiwil­lig und jedes Un­ternehmen muss für sich ent­schei­den, ob ei­ne Zertifizierung sinnvoll ist. Für die Wirt­schaft ist wichtig, dass die Zertifizierung zeitge­recht erfolgen kann und der Status von un­se­ren wichtigs­ten Handels­partnern an­erkannt wird.
  • Web-dec: Als Ergänzung zum umfassen­den Frachtpor­tal e-dec muss möglichst rasch ei­ne benutzer­freundli­che Zolldeklarati­on via In­ternet ermöglicht wer­den.

In ei­nem nächs­ten Schritt ist die Prüfung ei­ner enge­ren Verzah­nung der Verzollungs­systeme der Schweiz und der EU vor­gese­hen. Der heutige Ent­scheid des Bundesra­ts, der EU explo­ratori­sche Ge­spräc­he vorzuschla­gen, ist zu begrüs­sen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann allerdings noch kei­ne ge­naue Aus­sage über die rechtli­chen und tech­ni­schen Aus­wirkun­gen gemacht wer­den. Die­se gilt es gemeinsam mit der EU im Detail zu analysie­ren.

BVMW Geschäftsstelle Zug

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Nur noch vereinzelt: Zollkontrollen D/CH


Häufiger: Schleierfahndung im Grenzgebiet


Postverzollung wird vereinfacht

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