LANDESVERBAND SCHWEIZ
 

 

 

„Grosser Ring“ aus der Ausstellung von 
P. Rauscher zum BVMW Kongress 2011

 

Int. Rechnungslegung bleibt in DE kontrovers

Berlin/Zug - Die internationalen Rechnungslegungsnormen IFRS (International Financial Reporting Standards) bleiben auch nach der viel beachteten Modernisierung des deutschen Bilanzrechts im Handelsgesetzbuch ein kontroverses Thema für den Mittelstand. Allerdings ist die Einschätzung mittelständischer Unternehmen in Teilen weitaus differenzierter, als vor dem Hintergrund der Diskussionen in der Öffentlichkeit zu erwarten ist.

Um die Einschätzung mittelständischer Unternehmen gegenüber den IFRS zu ermitteln, hat die Fachhochschule Münster in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG eine Studie erstellt, in deren Rahmen von den Autoren Prof. Dr. Isabel von Keitz (Fachhochschule Münster), Prof. Dr. Bernd Stibi und Dr. Eva Klaholz (beide KPMG) 417 mittelständische Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 Mio. Euro Umsatz befragt worden sind. In Verbindung mit den Ergebnissen der Vorgängerstudien aus den Jahren 2003/2004 und 2005/2006 geben die Ergebnisse einen guten Überblick über die Bedeutung der IFRS im Mittelstand in den letzten Jahren.

41% der befragten Unternehmen, die nicht unmittelbar zur Anwendung der IFRS verpflichtet sind, ziehen aktuell eine Anwendung der IFRS in Betracht oder wenden sie bereits an. „Dies bedeutet zwar eine Verringerung gegenüber den Ergebnissen der Vorgängerstudien, zeigt aber auch, dass der Mittelstand sich nach wie vor mit den IFRS auseinandersetzt oder auseinandersetzen muss“, so Prof. Dr. Isabel von Keitz. „Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Unternehmen eindeutig gegen die Anwendung der IFRS entschieden haben bzw. der Anteil der unentschlossenen Unternehmen weiter abgenommen hat“, ergänzt Prof. Dr. Bernd Stibi. Der speziell für den Mittelstand konzipierte „IFRS for SMEs“ wird – entgegen mancher öffentlicher Wahrnehmung – teilweise positiv gesehen, falls dieser mit befreiender Wirkung zulässig wäre.

In einem gewissen Gegensatz dazu steht, dass sich die erwartete größere Bedeutung der internationalen Rechnungslegung speziell für die Unternehmensfinanzierung in der Praxis (noch) nicht zeigt, so ein weiteres Fazit der Studie. Weiterhin wurden zahlreiche mit den IFRS verbundene Vor- und Nachteile, der Einfluss des BilMoG, die Bedeutung eines Ratings sowie weitere Einzelaspekte erfragt bzw. untersucht. Die Untersuchungsergebnisse erscheinen als Beilage der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift KoR aus dem Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt.

Download der Studie unter www.kor-ifrs.de

BVMW Geschäftsstelle Zug

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Prof. Dr. Isabel von Keitz (Fachhochschule Münster)


Prof. Dr. Bernd Stibi (KPMG)


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