Ifo-Index - Geschäftsklima hellt sich weiter auf
26. August 2009 – Berlin, Zum fünften Mal in Folge hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert. Der bekannte Ifo-Index des BVMW-Mitgliedes Ifo-Institut München kletterte im August auf 90,5 Punkte. Die Unternehmen bewerten nicht nur ihre Zukunftsaussichten optimistisch, sondern auch die aktuelle Lage. Es ist schon der fünfte Anstieg in Folge: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im August von 87,4 Punkten auf 90,5 Punkte gestiegen. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 89,0 Punkten gerechnet. In der deutschen Wirtschaft mehren sich damit die Anzeichen für ein Ende der Krise.
Die Firmen in Deutschland blicken erneut optimistischer in die Zukunft. Doch Skeptiker warnen vor Euphorie. Denn sie führen Erholungstendenzen in der Wirtschaft vor allem auf Konjunkturprogramme zurück. Der Ifo-Index gilt als das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Er setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: zum einen die Erwartungen für die Zukunft, zum anderen die Beurteilung der aktuellen Lage. Nachdem sich die Erwartungen der Unternehmen bereits zum achten Mal in Folge verbessert haben, steht nun die Einschätzung der aktuellen Lage im Blickpunkt. Denn ein konjunktureller Wendepunkt gilt erst dann als sicher, wenn eine günstigere Geschäftserwartung durch eine zugleich bessere Lageeinschätzung bestätigt wird. Genau dies ist nun der Fall. Beide Teilindizes haben sich im August verbessert. Der Index für die Geschäftserwartung kletterte von 90,4 auf 95,0 Punkte. Der Index für die aktuelle Lagebeurteilung erhöhte sich von 84,4 auf 86,1 Zähler. Ein Ende der Krise wird damit immer wahrscheinlicher. Zuletzt hatten sich auch andere Daten der deutschen Volkswirtschaft positiv entwickelt. So legten in der Industrie Aufträge und Produktion zu. Auch insgesamt ist die Wirtschaft im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal leicht gewachsen, wie das Statistische Bundesamt vor wenigen Tagen mitteilte. Die Rezession ist damit offiziell beendet. Entscheidend ist nun, wie schnell und wie dauerhaft sich ein echter Aufschwung entwickelt. Skeptiker mahnen, dass jederzeit ein neuer Rückschlag möglich sei. Experten sprechen von einer sogenannten W-Rezession: In diesem Fall würde nach einer kurzen Erholung ein weiterer Absturz folgen. "Das deutet auf eine kräftige Erholung hin" Auch das Ifo-Institut selbst warnt, dass die Konjunkturerholung in Deutschland noch nicht stabil sei. "Man kann noch nicht davon ausgehen, dass es nachhaltig ist", sagte Ökonom Klaus Abberger. Die Wirtschaft erhole sich nach ihrem tiefen Fall zwar stärker als zunächst prognostiziert. Das gehe aber primär auf die weltweiten Konjunkturprogramme zurück. "Unklar ist noch, ob es auch ohne diese Stützen geht." Optimistischer ist Alexander Koch von der Unicredit-Bank: "Die Erwartungen sind sprunghaft gestiegen, auch die Lage wird besser bewertet. Das deutet auf eine kräftige Erholung hin - zumindest im zweiten Halbjahr." Ähnlich sieht dies Ulrich Wortberg von der Helaba. "Im dritten Quartal zeichnet sich ein erneutes Plus in der gesamtwirtschaftlichen Leistung ab." Kritischer äußerte sich Jörg Lüschow von der WestLB. "Es würde mich nicht überraschen, wenn wir zum Jahresende wieder schwächere Ifo-Daten sehen werden." Die Börse reagierte auf die neuen Ifo-Zahlen kaum. Der Dax notierte am Vormittag bei rund 5555 Punkten, minimal weniger als am Vortag.
Quelle: Manager-Magazin
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 Eitel Sonnenschein?
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