LANDESVERBAND SCHWEIZ
 

 

 

„Grosser Ring“ aus der Ausstellung von 
P. Rauscher zum BVMW Kongress 2011

 

Autobahn Zürich/Zentralschweiz nach über 30-jährigem Streit eröffnet.

13. Nov. 2009 – Mancher Wirtschaftsförderer hatte gelegentlich Bauchschmerzen, wenn er weitere Unternehmen mit grösseren Warenströmen in der Zentralschweiz ansiedelte. Dies weil die Zufahrt in die Region aus Richtung Zürich über zwei schmale zweispurige Landstrassen erfolgte. Die Hälfte der 50 km von Zürich nach Luzern mussten, je nach Tageszeit, im Schritttempo absolviert werden.

Unermesslicher volkswirtschaftlicher Schaden
Über mehr als 3 Jahrzehnte war durch tausende täglicher „Stausteher“ ein unermesslicher volkswirtschaftlicher Schaden entstanden, für den aus Sicht der Verantwortlichen immer deren Amtsvorgänger verantwortlich gewesen waren. Dieses Elend hat jetzt zunächst ein Ende: Am 13. November eröffnete Bundesrat Moritz Leuenberger ziemlich stillschweigend das Autobahnteilstück der N4 zwischen dem Dreieck Zürich West und Cham bei Zug, welches aber mit vier Spuren schon in absehbarer Zeit an seine Grenzen stossen kann. Der Autor fuhr noch am Abend um 17:30 Uhr von Zürich Albisrieden nach Cham –in 20 Min.- Trotz allem ist es ein Segen für die gesamte Region, dass es diese Autobahn endlich gibt.

Politische Diskussionen und Entscheide
Die Siebziger- und Achtzigerjahre waren geprägt von politischen Diskussionen über die neue AB. Denn im Knonaueramt wurde nicht nur um die Linienführungen gerungen, sondern auch grundsätzlich gegen die N4 gekämpft. Kein Thema wirkte in der Region so polarisierend wie die geplante Autobahn. Das Projekt löste Aktivitäten aus, für welche Gegner und Befürworter emotional und zeitlich einen enormen Einsatz leisteten. Der Ideenreichtum war gross: Motionen, Petitionen, Interpellationen, Beschwerden, Einsprachen, Initiativen, aber auch Podiumsgespräche, Feste, Strassenblockaden, Demonstrationen und Protestmärsche.

Kosten wurden eingehalten
Wegen des Widerstands gegen die geplante Linienführung der N4 verlaufen heute fast fünf der insgesamt 16 Kilometer langen Autobahn im Islisbergtunnel, und auf weiten Strecken liegt das Trassee vertieft und teilweise abgedeckt. Die Massnahmen zum Schutz der Wohngebiete und der Natur haben ihren Preis: 1,14 Milliarden Franken kostete die ca. 40 km lange A 4. Mehr als die Hälfte, 617 Millionen Franken, verschlingt allein der Islisbergtunnel. Dieser ist etwas länger als der Üetlibergtunnel, doch weist er nicht sechs, sondern nur vier Spuren auf. Die entstandenen Kosten liegen nach Angaben der Verantwortlichen ziemlich genau im budgetierten Rahmen.
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Aufwändiger Lärm- und Brandschutz
Wie in allen Tunnelröhren der Westumfahrung gibt es alle 300 Meter eine Querverbindung in die andere Tunnelröhre und alle 150 Meter eine SOS-Nische. Auch der Islisbergtunnel ist mit einem Abluftkanal über dem Fahrraum ausgerüstet. Im Brandfall öffnen sich Brandklappen, Rauch und giftige Gase werden abgesaugt und ins Freie transportiert. Zu den weiteren markanten Bauwerken gehören die 290 Meter lange Zwillingsbrücke über das Jonentobel, auffallend schöne Lärmschutzwände aus Holz.

Flankierende Massnahmen
Erwähnt werden muss auch die Autobahnraststätte «My Stop» beim Anschluss Affoltern-Obfelden. Der mehrstöckige, Gebäudekörper mit einem Panoramarestaurant, Läden, Cafés sowie zwei Tankstellen und Tankstellenshops im Erdgeschoss spannt sich über die gesamte Autobahn. Der Investor beziffert die entstandenen Kosten auf 55 Millionen Franken, was angesichts der Grösse sehr hoch gegriffen scheint. Vielleicht wurden hier die Sitzungsgelder der letzten 30 Jahre mitgerechnet. Zu den Hauptaktionären gehört der Betreiber der A-2-Gotthard-Raststätte. Wie im Kanton Uri rechnen die Investoren mit einem Jahresumsatz von 30 Millionen Franken. Es entstehen rund 150 Arbeitsplätze. Die lokale Bevölkerung kann die Raststätte nur über die Autobahn und nicht zu Fuss erreichen. Dies ist bei AB-Raststätten, vor allem aus Sicherheitsgründen, üblich. Damit die Dörfer des Knonauer Amtes wie erwartet vom Durchgangsverkehr entlastet werden, sind flankierende Massnahmen geplant. Auch im Sihltal sind Projekte in Arbeit.

Infobroschüre über das Bauwerk

Website Raststätte

 

     


Neue N4 mit Raststätte

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Lageplan Neue A4 (Zum grösser klicken)

 

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