LANDESVERBAND SCHWEIZ
 

 

 

„Grosser Ring“ aus der Ausstellung von 
P. Rauscher zum BVMW Kongress 2011

 

Musterschüler Estland bekommt den Euro

29. Dez 2010 – Berlin/Zug - Estland führt 2011 als 17. Staat am 1. Jan. 2011 den Euro ein. Trotz eines derzeit niedrigen Eurokurses ist die Wirtschaftslage in vielen EU-Ländern sehr erfolgsversprechend. Das beste Vorbild ist derzeit Estland, denn Estlands Mittelständler bieten eine vorbildliche Performance und das Land hat im Gegensatz zu anderen kleinen Euro-Ländern seine Staatsfinanzen hervorragend im Griff.

Die estische Staatsverschuldung liegt bei gerade einmal acht Prozent des BIP. Das ist nur ein Zehntel dessen, was alle Euroländer im Schnitt aufweisen und deutlich weniger als die von der EU festgelegte Grenze von 60 Prozent. Auch das estische Haushaltsdefizit kam in den vergangenen Jahren nie an die laut Maastricht-Vertrag zulässigen drei Prozent heran. 2010 dürfte es bei nur bei einem Hunderstel liegen. Damit ist der Neuzugang momentan das einzige Land der Eurozone, das die Maastricht-Kriterien tatsächlich erfüllt.

In einer Umfrage sprachen sich zuletzt 52 Prozent der Esten für den Euro aus, obwohl noch viele Esten in Armut leben. 39 Prozent der Befragten wollten die Estnische Krone als Währung behalten. Bereits seit 2002 ist der Wechselkurs der estnischen Krone an den Euro gekoppelt. Durch die Einführung des Euro erhofft sich Estlands Regierung, ausländische Investoren anzulocken. Außerdem werden ohnehin bereits 80 Prozent des estnischen Außenhandels innerhalb der EU abgewickelt. Hauptpartner dabei sind Deutschland und Finnland.

Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise, brach 2009 die Wirtschaftsleistung in Estland um 14,1 Prozent ein und erlitt somit den weltweit stärksten Rückgang. Im Jahr 2010 ist die Wirtschaft wieder um 2,5 Prozent angestiegen und für das kommende Jahr wird eine stabile Konjunktur erwartet. Trotz der erlittenen Krise ist Estland dank eiserner Disziplin mit einem Haushaltsdefizit von 1,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes ein Musterbeispiel der erfolgreichen Haushaltsführung. Die Inflationsrate lag im November auf Jahressicht bei 5,3 Prozent.

Die Ständige Vertretung des BVMW in Estland:
Prof. Dr. Gunnar Prause
Tallinn School of Economics and Business Administration, TUT
Akadeemia tee 3
19086 Tallinn, Estland
Tel.:   +372 519 28 326 / +49 178 280 4882
Email:  gunnar.prause@tseba.ttu.ee 

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