BVMW: IFO-Institut meldet: Deutschland vergleichsweise gut unterwegs
Zug - Das renommierte BVMW Mitgliedsunternehmens IFO-Institut München, welches zu den führenden europäischen Wirtschaftsforschern gehört, ist bekannt für seinen IFO-Geschäftsklimaindex. Am 14. Dez. 2011 prognostizierte IFO, dass es im kommenden Jahr In Deutschland nur noch 0,4 Prozent Wachstum erwartet. Trotzdem dürfte es den meisten Bundesbürgern sogar besser gehen. Die Arbeitslosigkeit werde weiter sinken auf 2,5 Millionen, die günstige Einkommenssituation lasse den privaten Konsum robust expandieren, und die Teuerung werde deutlich nachlassen. „Wir fahren nicht vor die Wand, es geht glimpflich aus“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn in München.
Der private Konsum und vor allem die hohe Nachfrage nach Wohnbauten verhinderten, dass Deutschland in eine Rezession rutsche wie die übrige Eurozone. Ursache des Konjunkturabschwungs sei die Euro-Schuldenkrise und die Abkühlung der Weltwirtschaft. Die Wirtschaftsleistung im gemeinsamen Währungsraum wird laut Prognose um 0,2 Prozent schrumpfen, die US-Wirtschaft wachse fast unverändert um 1,8 Prozent, und China bremse auf 8,2 Prozent Wachstum ab. Aber „die Probleme der südeuropäischen Länder ist ungelöst“, warnte Sinn. Deshalb sei die Prognose mit extrem vielen politischen Unsicherheiten belastet.
Unternehmen stellen weiter ein
Trotz des bevorstehenden Abschwungs wollten sich die Firmen die Arbeitskräfte für den nächsten Aufschwung sichern, sagte Sinn. Zwar würden nicht mehr so viele neue Stellen geschaffen, aber die Zahl der Erwerbstätigen werde nächstes Jahr um 190.000 auf 41,3 Millionen zunehmen, und die Arbeitslosenzahl werde um weitere 140.000 sinken auf 2,835 Millionen. Das entspricht einer Quote von 6,7 Prozent. Die Inflationsrate soll von 2,3 Prozent in diesem Jahr auf 1,8 Prozent im nächsten Jahr sinken.
„Wenn Euro-Bonds kommen, müssen wir die Prognose nach unten korrigieren“
Skeptisch äußerten sich die Ifo-Wirtschaftsforscher über die europäische Krisenpolitik. Länder wie Griechenland könnten ihre Wirtschaft nur durch eine Abwertung wieder wettbewerbsfähig machen, aber das gehe nicht mit einer gemeinsamen Währung. Italien und Spanien drohe jahrelange Stagnation. Eine europaweite Schuldenschranke sei nicht falsch, diene aber offenbar der Vorbereitung von Euro-Bonds, die für Deutschland sehr teuer würden. Deutschland hafte schon mit 592 Milliarden Euro für Ausfälle in den anderen EU-Staaten, sagte Sinn. Die gesamte Summe würde aber nur bei einer Pleite von Italien fällig, und das sei extrem unwahrscheinlich. „Wenn Euro-Bonds kommen, müssen wir die Prognose nach unten korrigieren“, sagte Sinn weiter.
Kein Geld für Konjunkturprogramme
Zur Beunruhigung trage auch bei, dass in den meisten Industrieländern die Fähigkeit der Wirtschaftspolitik zur Bekämpfung neuer Krisen inzwischen sehr begrenzt sei. So mache die hohe Staatsverschuldung in den meisten Ländern Konjunkturprogramme unmöglich, außerdem sei der Spielraum der Zentralbanken in fast allen Volkswirtschaften sehr niedrig, da die Leitzinsen auf einem sehr niedrigen Niveau liegen.
Quelle: IFO-Group München
BVMW Geschäftsstelle Zug
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 Werner Sinn, IFO-Group München
 IFO-Geschäftsklimaindex Nov. 2011
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