Oskar Loewe: «Das ist hohe Schule»
Huttwil BE - Im Rahmen einer Veranstaltung «Vitalität und Gesundheit» des grössten europäischen Verbands konzernunabhängiger Unternehmen, dem BVMW, referierte der deutsche Hirnforscher Dr. Albert Lichtenthal über neue Methoden und Techniken zur dauerhaften Stressreduktion im Alltag. Der Anlass fand in der Biketec AG, Huttwil, statt. Auf der Gästeliste standen unter anderen namhafte Unternehmensleiter aus dem Ausland.
Artikel: Liselotte Jost-Zürcher, Unter Emmentaler
Albert Lichtenthal war Hauptreferent an der BVMW-Veranstaltung «Vitalität und Gesundheit» in der Huttwiler Biketec AG Das ganze Leben lang fit, vital und gesund zu sein, ist ein Traum, der fast so alt ist wie die Menschheit. Dabei gibt es immer zahlreiche Möglichkeiten, der Natur nachzuhelfen – ohne Skalpell oder Chemie. Schon das Wissen um Zusammenhänge und ein wenig Konsequenz führen oft zu erstaunlichen Ergebnissen. An der Veranstaltung «Vitalität und Gesundheit» in der Huttwiler Biketec AG wurden denn auch verschiedenste Aspekte für gesunde Verhaltensweise und damit für ein gesundes Leben gestreift. «Die Genetik ist nicht verantwortlich für unsere Leistungsfähigkeit, unser Verhalten, für das was wir können. Glückliche Menschen haben kein Glücks-Gen; Menschen, die auf irgendeine Weise versagt haben, haben kein Looser-Gen. Das Gehirn, unsere ‹Schaltstation›, ist verantwortlich dafür, wie wir funktionieren»: Mit diesen Worten, respektive mit der Erkenntnis, welche selbst unter Wissenschaftlern einen Schock ausgelöst haben soll, eröffnete Albert Lichtenthal sein Referat.
Gehirn kann sich immer entwickeln Der deutsche Forscher nahm seine Gäste von den ersten Worten an gefangen. Das Positive setzte er an den Anfang seiner Rede: «Ein Gehirn kann sich immer entwickeln. Es ist immer in der Lage, neue Nervenverbindungen zu schaffen – unabhängig vom Alter des Menschen. Ein Mensch kann deshalb zu jeder Zeit sein Verhaltensmuster ändern. Dass dies möglich ist, ist ein Geschenk», sagte er und gab diesem Geschenk mit der «Neuroplastizität des Gehirns» auch einen Namen. Stressbelastungen im Beruf und im Privatleben nehmen stetig zu und beeinträchtigen die mentalen und körperlichen Kraftreserven der Menschen erheblich. Die wirtschaftlichen Auswirkungen und die (finanzielle) Belastung des Gesundheitssystems sind verheerend. Dabei werden die «Stress-Patienten» immer jünger. «Stress beginnt im Kopf; das ist heute messbar», stellte der Forscher fest. «Je besser wir die Funktionen im Gehirn verstehen, je mehr können wir im Alltag etwas damit anfangen.» Im Stau sitzen bei der Fahrt zur Arbeit, Parkplatzsuche, Ärger am Arbeitsplatz, Leistungsdruck… Albert Lichtenthal nannte verschiedenste Beispiele, welche Stresssituationen herbeirufen würden. Dabei mache es keinen Unterschied, ob man die Situationen erlebe oder davon spreche – sämtliche Vorkommnisse und Empfindungen würden im Gehirn gespeichert und sich entsprechend immer wieder auswirken. Bei diesem Punkt kam der Forscher dann wieder auf seine Eingangsworte zurück: Die «Speicherplatte» im Gehirn kann geleert, die Stresshormone Adrenalin und Cortisol abgebaut werden – jederzeit. Mehr oder weniger auf dem Höhepunkt seines Vortrags beendete Albert Lichtenthal sein Referat und behielt das Geheimrezept für ein besseres, stressfreies oder zumindest stress- armes Leben für sich.
Vorträge und Seminare Albert Lichtenthal betreute nach seinem Studium der Anthropologie, Humanbiologie und Neurobiologie einige Jahre Forschungsprojekte in der Industrie. Nach der Rückkehr in die moderne Hirnforschung mit den Themen Neuro-Medizin, Neuro-Kommunikation und Neuro-Education liegen seine Tätigkeitsschwerpunkte in der Entwicklung und Evaluierung von neuen Methoden und Techniken zur dauerhaften Stressreduktion im Alltag. Er hält im Namen von Proventika Vorträge und Seminare bei namhaften Unternehmen. Als weitere Attraktion präsentierte der BVMW an seiner Veranstaltung das Schülerunternehmen «Backbord» aus Bern, welches am 30. März 2011 für sein innovativstes Produkt an der europäischen Handelsmesse in Bratislava einen Preis errungen hat. Mit ihren praktischen, trendigen, ökologisch und sozial produzierten Taschen aus Segeltuch haben die acht Schüler des Berner Kirchenfeldgymnasiums auf europäischer Ebene überzeugt. Sie gewannen gegen 50 andere Bewerber einen von vier begehrten Preisen im Rahmen des Junior Achievement-Young Enterprise Europe. Über Hautgesundheit referierte Günter Reichelt, CEO des BVMW-Mitgliedsunternehmens Albis AG in Zürich sowie Verwaltungsrat der Cosmetic Analysis Est. in Vaduz. Er zeigte dabei wichtige Aspekte über die Risiken und Nutzen der Kosmetika für die Hautgesundheit.
Biketec AG ausgezeichnet Die Gastgeberin des Anlasses, die Biketec AG, wurde von CEO Kurt Schär vorgestellt. Das Unternehmen konnte am 8. November 2010 den BVMW-Unternehmerpreis Schweiz 2010 für den «Besten gestifteten Nutzen» an Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten erringen (der «UE» berichtete).
Kurt Schär beschäftigt in Huttwil 140 Mitarbeitende und hat einem bahnbrechenden Entlöhnungsmodell zum Durchbruch verholfen. «Das ist hohe Schule», sagte dazu Oskar Loewe, Landesbeauftragter Schweiz des BVMW, gegenüber dem «UE». Der BVMW in der Schweiz unterstützt deutsche und Schweizer Unternehmen bei der Markterschliessung im jeweils anderen Land und weltweit. Die zentrale Geschäftsstelle des BVMW ist in Berlin. Der Verband repräsentiert mit nahezu 60‘000 direkten Mitgliedern aller Branchen über 150‘000 Unternehmen mit rund 4,3 Mio. Beschäftigten. Vor namhaften Gästen zeigte Kurt Schär, wie er Mitarbeitende mit zeitgemässen Anreizsystemen zu aktiven Mitunternehmern macht. Flyer-Elektrovelos sind in der Schweiz das führende Produkt und haben auch in Deutschland einen bemerkenswerten Marktanteil (der «UE» berichtete). Denn, und auch das erfuhren die Anwesenden von Kurt Schär: Flyer fahren ist gesund – und macht glücklich.
BVMW Geschäftsstelle Zug
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20. Mai 2012 - 9:46 Uhr
 Dr. Lichtenthal von der Proventika-Gruppe
 Unternehmer aus ganz Europa verfolgen gespannt den Hauptvortrag
 Die Teilnehmer mit der preisgekrönten Schülerfirma „Backbord“
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