LANDESVERBAND SCHWEIZ
 

 

 

„Grosser Ring“ aus der Ausstellung von 
P. Rauscher zum BVMW Kongress 2011

 

Schweiz weiterhin wirtschaftlich stark


Zug/Zürich - Die Schweiz hat noch immer einen grossen wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum. Trotz Franken-Stärke und europäischer Schuldenkirse verfügt die Schweiz auch langfristig über gute Rahmenbedingungen. Dabei ist von Inflation nichts zu merken. Im Gegenteil, die Preise fallen in den meisten Bereichen.

Trotz Schuldenkrise in Europa und der Franken-Stärke hat die Schweiz nach Ansicht des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco) langfristig gute Rahmenbedingungen. «Wir haben absolut keine Inflationsgefahr», sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion Arbeit beim Seco, in einem Interview.

Im Gegenteil: Die Preise in der Schweiz würden tendenziell fallen, sagte Gaillard der Zeitung «NZZ am Sonntag». Und die Staatsfinanzen seien relativ gesund. «Wir gehen also mit grossem wirtschaftspolitischem Handlungsspielraum in eine unsichere Zeit.»

Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechnete Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise sank im November 2011 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und erreichte den Stand von 97,3 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100). Damit setzte sich der seit Mai 2011 anhaltende Trend sinkender Preise fort. Der Rückgang betrug sowohl für die Inland- als auch die Importprodukte 0,8 Prozent. Verantwortlich dafür waren vor allem die vierteljährlich erhobenen wesentlich tieferen Preise für chemischen und pharmazeutischen Produkte.

Innert Jahresfrist sank das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten um 2,4 Prozent. Der Anstieg ist insbesondere auf die stärkere Preiserhöhung im Tiefbau (+1,1%) und weniger auf jene im Hochbau (+0,5%) zurückzuführen. Diese Entwicklungen zeugen von der nach wie vor guten Konjunkturlage im Baugewerbe. Innert Jahresfrist, von Oktober 2010 bis Oktober 2011, ist lediglich das Preisniveau im gesamten Baugewerbe um 2,1 Prozent angestiegen (Hochbau: +1,8%; Tiefbau: +3,2%).

Durch die rege Bautätigkeit sind im 3. Quartal 2011 in der Schweiz rund 11'280 Wohnungen entstanden. Dies entspricht einer Zunahme um 13 Prozent oder 1320 Wohnungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal. Mehr neue Wohnungen wurden in den Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern erstellt, während in den Gemeinden mit bis zu 2000 Einwohnern deren Zahl abnahm.

Der Bund könne reagieren, wenn die Inlandnachfrage lahme. «Dies ist aber heute nicht der Fall», sagte Gaillard. Die Bauwirtschaft laufe rund, die Staatsausgaben würden steigen, das Gesundheitswesen boome. «Wir wissen aber aus der letzten Krise, wie schnell wir ein Stabilisierungsprogramm aus dem Boden stampfen könnten, falls die Inlandkonjunktur einbräche.»

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe glaubwürdig eine Euro-Untergrenze von 1,20 Franken eingeführt und dadurch den Franken stabilisiert. Sie habe diesen Schritt durchgesetzt, ohne stark am Finanzmarkt intervenieren zu müssen. «Die SNB konnte dies nur umsetzen, weil die Märkte wissen, dass sie zum Durchhalten bereit ist», sagte Gaillard. Sie sitze seiner Meinung nach deshalb am längeren Hebel, weil es bei diesem Wechselkurs keine Inflationsgefahr gebe.

Erstellt mit Material von Handelszeitung Schweiz

BVMW Geschäftsstelle Zug

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Serge Gaillard; Leiter Direktion Arbeit, SECO


Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Direktorin SECO (Seit 2011)


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